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Lokale Suchtrends für 2015

Im vergangenen Jahr mussten sich Unternehmen einmal mehr auf einen neuen Google-Suchalgorithmus einstellen. Während „Hummingbird“ für die einen vor allem Kopfzerbrechen bedeutete, konnten anderen Unternehmen von der neuen kontextbasierten Suche profitieren. Auch 2015 müssen sich Unternehmen auf Änderungen am Algorithmus einstellen. Außerdem setzt sich der Trend der mobilen Suche fort. Mit Bluetooth-Beacons steht dem Einzelhandel sogar eine kleine Revolution bevor.


Google wird besser…


Nach dem kontextfokussierten Hummingbird folgte im Sommer vergangenen Jahres zuerst in den USA und später in weiteren englischsprachigen Nationen Pidgeon (deutsch: Taube). Bisher ist die Taube in Deutschland noch nicht gelandet, bis zum Rollout ist es aber nur noch eine Frage der Zeit.

Anders als Hummingbird, das vor allem „unter der Motorhaube“ für Veränderungen sorgte, betrifft Pidgeon die Darstellung der Suchergebnisse. Um seine Resultate relevanter zu gestalten, schränkt Pidgeon den Suchradius für lokale Geschäfte deutlich ein. Dadurch haben nahegelegene Geschäfte einen Vorteil gegenüber Unternehmen, die sich weiter weg befinden.

Ein weiterer Vorteil für Suchende: Verzeichnisse wie Yelp oder Gelbe Seiten, die mit einem Aufschlag die wichtigsten Informationen und Bewertungen darstellen, behandelt Google bevorzugt. Pidgeon wird also die Bedeutung von Profilen bei den einschlägigen Portalen erhöhen.

Ein weiterer Google-Trend, auf den es zu achten gilt, ist die sogenannte mobile Experience. Gemeint ist damit, ob die Webseite eines Unternehmens auch in einer für Mobilgeräte optimierten Version bereitsteht und wie schnell die Seite geladen wird. Reagiert Google auf den Trend, dass zunehmend mobil gesucht wird, dürfte die Verfügbarkeit einer für kleine Bildschirme optimierten Webseite schon bald mit in den Suchalgorithmus eingepflegt werden.

Unternehmen ohne eine solche Seite oder mit Inhalten, die mobil nicht dargestellt werden können (etwa Adobe Flash oder Java), werden dann schlechter gefunden.


…und unwichtiger


Gleichzeitig wird Google aber auch an Marktanteil verlieren, so die Vorhersage von Andrew Shotland von LocalSEOGuide. Grund zur Annahme ist unter anderem die zunehmende Verwendung von Apples Maps – der Standard-Kartenanwendung auf iPhones und iPads.

Mit Apple Maps Connect bietet Apple seit Oktober erstmals die Möglichkeit, Unternehmens-Informationen hinzuzufügen oder zu ändern. Bisher ist Apple Maps Connect nur in den USA verfügbar, analog zu Google Pidgeon dürfte ein Marktstart in Deutschland ebenfalls im laufenden Jahr bevorstehen und die Qualität der lokalen Suchresultate drastisch verbessern.


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Zudem wird sich der Trend verstärken, dass Branchen-Apps wie Yelp oder Foursquare genutzt werden, um lokale Geschäfte zu finden. Auf die lokale Suche spezialisierte Apps wie Airbnb für Übernachtungen oder die Taxi-Alternative Uber zeigen, dass die lokale Suche nach Produkten und Diensten auf dem Smartphone inzwischen im Mainstream angekommen ist. Yelp hat sich inzwischen etabliert und Foursquare ist seit der Aufspaltung in zwei Apps ein ernstzunehmender Konkurrent.

Außerdem muss sich Google vor sozialen Netzwerken in Acht nehmen. Facebook, Twitter, Pinterest und Co. begleiten uns von morgens bis abends. Hinzu kommen Instant-Messenger mit Standort- und Bildübertragunsfunktionen, die zumindest zu einem Teil die Rolle der klassischen Suchmaschine übernehmen könnten. Statt Google hilft digital die beste Freundin oder jemand aus der Familie, der aufgrund des Technikfortschritts schnell erreichbar ist. Die Trendsetter- und Empfehlung-Funktion haben die sozialen Netze längst übernommen.


Beacons, Beacons, Beacons


Mit der Ankündigung der iBeacon-Technologie vor zwei Jahren brachte Apple den Stein ins Rollen. Inzwischen steht die Technologie auch für die Android-Konkurrenz bereit. An kompatibler Hardware mangelt es inzwischen nicht mehr: Bereits vor dem Start des iPhone 6 im September 2014 waren fast 75 Prozent aller iPhones iBeacon-fähig, bei Android-Smartphones ist die Beacon-Fähigkeit bei jedem dritten Gerät gegeben.

Beacons (englisch für Leuchtfeuer) sind Streichholzschachtel bis Zigarettenschachtel große Boxen, die über das stromsparende Bluetooth 4.0 Low Energy Profil ein kontinuierliches Bluetooth-Signal mit einer speziellen Identifikation senden. Dieses Signal können Smartphones wiederum empfangen und dadurch Funktionen, wie lokale Indoor- und Outdoor-Werbung, oder auch die Navigation in geschlossenen Räumen , bieten.

Erste Flughäfen lotsen mithilfe der Beacon-Technologie Reisende per Smartphone zum richtigen Gate und informieren vor Ort über Ablugzeiten. Im Museum ermöglichen Beacons die Darstellung von zum Ausstellungsstück passenden Informationen auf dem eigenen Smartphone.

Beide Szenarien lassen sich problemlos als Service-Leistung und Marketing-Möglichkeit in Unternehmen übertragen. Statt zum Gate führt das Smartphone zur gesuchten Hose, statt Abfluginformationen stellt das Smartphone zur Hose passende Oberteile dar.

Wie Beacons im Alltag lokaler Unternehmen zu mehr Kunden verhelfen könnten, zeigt ein Beispiel aus München. Zusammen mit My Muesli hat das Vergleichsportal Barcoo dort einen Test mit Bluetooth-Sendern gestartet. Anwender der App, die am Müsli-Geschäft vorbei kommen, erhalten eine Push-Nachricht, die über ein neues Produkt informiert. Sofern Unternehmen es schaffen, Kunden von der Installation der Unternehmens-App zu überzeugen, entsteht ein riesiges Potenzial den Kunden vor Ort zu erreichen und Kontakt herzustellen.


Posted by Uberall