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Online suchen, offline einkaufen: Wie Smartphones dem lokalen Handel helfen

In den vergangenen fünf Jahren ist der Umsatz im Online-Handel um 82 Prozent gewachsen – unter anderem auf Kosten des stationären Einzelhandels. Eine wesentliche Ursache: Smartphones, die das Einkaufen im Internet an jedem Ort und ohne Ladenschlusszeiten ermöglichen. Doch der Trend könnte umkehren: Für Händler bietet die zunehmende Smartphone-Dichte Möglichkeiten, Kunden ins Geschäft zu bringen.


So läuft es oft: Fachmännische Beratung und die Möglichkeit, ein Produkt auszuprobieren, bekommt der Kunde im Einzelhandel, der anschließendeKauf erfolgt im Internet. Das ist bequem, günstig und, wenn der Vorrat vor Ort begrenzten ist,auch noch schneller. Laut einer aktuellen Statista-Studie shoppen knapp60 Prozent der Befragten auf diese Art und Weise.


Die Folge: Der Umsatzim Einzelhandel geht zurück, der Online-Handel profitiert von einem bisweilen zweistelligen Umsatzplus.

Inzwischen allerdings flacht nicht nur das Wachstum im Online-Handel ab, sondern zeigt sich auch ein neuer Trend, der für den Handel vor Ort bedeutend ist: Online-Beratung und Offline-Kauf.


Trendwende dank Smartphones


„RoPo“ (Research Online, Purchase Offline) oder „O2O“ (Online o Offline) sind die Schlagworte des neuen Trends. Kundeninformieren sich nicht im Handel, sondern suchen vor dem Kauf online nachProduktinformationen und Händlern vor Ort, um anschließendvor Ort den Kauf zu tätigen.


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Von jenenOnline-Suchenden werden 80 Prozent zu Kunden, so das Marktforschungs-Unternehmen comScore. Das Potenzial ist groß, so die Analyse von Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiterdes eWeb Research Center an der Hochschule Niederrhein: „Mehr als 48 Millionen Deutsche haben mittlerweile ihr Smartphone und damit das mobile Internet immer dabei – das entspricht in etwa 69 Prozent unserer erwachsenen Bevölkerung über 14 Jahren“.


Allerdings: Damit Geschäfte imInternet gefunden werden können, bedarf es mindestens die Hinterlegung der Basisdaten wie Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktdaten. Und wer es als Händler schafft, das komplette Produktangebot inklusive Preisauskunft imInternet zu präsentieren, hat guteChancen aus einem Interessenten einen Kunden zu machen.


Pflicht zur Digitalisierung


Nicht ein „Kann“, sondern ein „Muss“ ist für das auf Handelstrends spezialisierteBeraterunternehmen ECC Köln die Digitalisierung des Einzelhandels. In den nächsten fünf Jahren, so diePrognosen, scheiden bis zu 30 Prozent aller lokalen Händler aus, weitere 40 Prozent überleben demnach nur, wenn auf die Digitalisierung mit neuen Geschäftsmodellen reagiert wird. Dabei spielt vor allem das Erreichen desKunden auf mehreren Kanälen eine wichtige Rolle.Die Auffindbarkeit vor Ort mit korrekten Informationen ist nur ein Teil einersolchen Multichannel-Stategie.


Click & Collect


Ein anderes Beispiel für das Upgrade auf den Lokalen Handel 2.0ist das so genannte Click& Collect-Konzept. Dabei haben Kunden die Möglichkeit, sämtliche Artikel des Händlers im Warenkorb zusammenzustellen und unmittelbar in der Filiale abzuholen. Die Bestellung in die Filiale vor Ort bieten einige Händler zwar jetzt schon, dabei dienen dielokalen Geschäfte aber nur als Paketempfänger für das Zentrallager – „Ship to Store“,lautet der Marketing-Begriff hier.Von Shoppen in Echtzeit kann in diesem Fall noch keine Rede sein. Der Klick beimOnline-Händler ist auch in diesem Fall komfortabler. Bietet man als Händler die zeitnahe Abholung an, besteht aber ein wirklicher Vorteil gegenüber Online-Bestellungen.

Allerdings: Leisten können sich ein solches System oft nur Ketten oder Retailer. Das BerlinerStartup Locafox bietet deshalb eine Alternative, das auch für inhabergeführte und kleinere Läden interessant ist. Die derzeit unter anderem in Berlin, Hamburg und München, Köln sowie weiteren deutschen Großstädten verfügbare Plattform versetzt klassische Händler in die Lage, dasWarenangebot durch regelmäßigeDatenexports des Warenwirtschaftssystems online zu präsentieren. Ob ein Produkt vorrätig ist, erfahren Kunden dann mithilfe des Reservierungswunsches, der anschließende Kauf erfolgt vor Ort.