
GEO-Strategie: 5 Wege, wie Multi-Location-Marken ihre AI-Sichtbarkeit maximieren
Was ist Generative Engine Optimization – und wie beeinflusst sie deine aktuelle lokale Marketingstrategie? Wir zeigen dir, worauf es ankommt.
Wir stehen an einem Wendepunkt, wenn es darum geht, wie Menschen online Unternehmen und Informationen finden.
Doch während wir diesen Shift hin zur AI-Suche anerkennen, müssen wir klären, wie – und ob überhaupt – sich das auf die Art und Weise auswirkt, wie SEOs Websites und Unternehmensprofile für Online-Sichtbarkeit optimieren.
Über Generative Engine Optimization – kurz GEO – wird aktuell viel (und inzwischen deutlich ernsthafter) gesprochen. Und über die Frage, ob GEO zum neuen Spielfeld wird, auf dem Unternehmen um lokale Kund:innen konkurrieren.
Eines ist klar: Wir brauchen ein fundiertes, praxisnahes Verständnis davon, ob eine GEO-Strategie einen kompletten Bruch mit klassischer SEO bedeutet – oder eben nicht. Und wir müssen insbesondere Multi-Location-Unternehmen dabei helfen, richtig darauf zu reagieren.
Also lass uns darüber sprechen, wie wir als Marketer:innen und Agenturen hier vorangehen können.
Search verändert sich weiter – und lokale Konsument:innen auch
Es ist fast ein Jahr her, seit wir unseren GEO-Kurs in der Uberall Academy gestartet haben. Und in dieser kurzen Zeit hat sich im Search-Bereich enorm viel getan – genug, um viele Marketing-Teams spürbar zu verunsichern.
Wir sehen aus erster Hand, wie der Aufstieg von AI und neue Konsumgewohnheiten traditionelle Marketing-Strategien aufbrechen. Die Marketer:innen und Agenturen, mit denen wir sprechen, wissen: Etwas hat sich verändert. Sie wissen nur oft noch nicht, wo sie bei einer Suchstrategie anfangen sollen, die jetzt auch Answer Engines einschließt.
Lokale Suche bedeutet heute weit mehr, als etwas zu googeln und auf einen blauen Link zu klicken. Discovery findet inzwischen in AI-Engines wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini statt. Sie passiert über visuelle Suche auf TikTok, Instagram, Pinterest oder Reddit – und über Sprachassistenten wie Siri oder Alexa.
Für Marketer ergibt sich daraus eine einfache, aber dringende Frage: Wie taucht deine Marke auf, wenn Konsument:innen nicht mehr „klassisch“ suchen? Sichtbarkeit – eine der zentralen Säulen der Location Performance Optimization – hat zwar immer noch mit Ranking zu tun, aber nicht mehr mit der Position in den SERPs. Heute sprechen wir über Metriken wie Share of Voice.
Neben diesen neuen GEO-Kennzahlen, auf die wir in einem weiteren Artikel eingehen, gibt es noch andere Faktoren, die dein Team für eine erfolgreiche GEO-Strategie berücksichtigen sollte.
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
Viele fragen sich noch immer: Was genau ist eigentlich Generative Engine Optimization? Bevor wir tiefer in die Strategie einsteigen, lass uns das kurz klären.
GEO beschreibt die Praxis, aktiv zu beeinflussen, wie AI-Engines Marken in ihren Antworten einbeziehen, beschreiben und empfehlen – statt primär auf Klicks oder Rankings zu optimieren.
Es geht also darum, Inhalte so aufzubereiten, dass sie in AI-generierten Antworten auftauchen, nicht nur als blauer Link. Und GEO geht weit über die Website hinaus: Es betrifft den gesamten digitalen Footprint einer Marke – Website, Social Media, Listings, Verzeichnisse und mehr.
Erfolgreiche GEO-Strategien erfordern daher ein Umdenken: Nutzer:innen interagieren zunehmend direkt mit AI-generierten Zusammenfassungen und Empfehlungen, statt sich durch Websites zu klicken.
Unsere Technical Expert für AI Search, Visibility und Local Pages/Websites, Luma, erklärt die Unterschiede zwischen SEO, GEO, AEO und LLMO besonders anschaulich — mit ihrer Bibliotheks-Analogie:
„Jahrelang ging es bei SEO darum sicherzustellen, dass dein Buch den richtigen Titel hat und im Regal richtig einsortiert ist, damit Menschen es über den Katalog finden.
Mit GEO kommt jetzt ein AI-Bibliothekar ins Spiel. Du stellst Fragen wie: Was ist die Kernaussage dieses Buches? oder Welches Buch passt zu dem, was ich suche? Die AI liest das Cover, den Inhalt, mehrere Kapitel – und fasst alles basierend auf deinem Prompt zusammen.
GEO bedeutet also, Inhalte so klar, strukturiert und autoritativ zu gestalten, dass die AI dich korrekt und positiv zusammenfasst.“
Absolute Empfehlung, sich diese Episode komplett anzuhören.
Mit diesem Verständnis im Hinterkopf wird klar: Für Multi-Location-Marketing bedeutet GEO vor allem eins – sichtbar zu sein, indem man beantwortbar wird, nicht nur rankbar.
So setzt du Generative Engine Optimization um: 5 Fokusbereiche
Als Marketer:innen müssen wir Marken dabei helfen, vom reinen Ranking hin zu answer-ready Content zu kommen. Aber wie genau?
Die gute Nachricht:
Wenn ihr bisher solide SEO-Best Practices umgesetzt habt, könnt ihr erstmal aufatmen – und euch auf diese fünf GEO-Fokusbereiche konzentrieren.
1. Semantische Keywords und Prompts
Content-Teams und SEOs haben sich lange auf Top-of-the-Funnel-Keywords mit hohem Suchvolumen konzentriert. Für GEO reicht das nicht mehr aus.
Fragt jemand zum Beispiel: „Was ist ein Schuh?“, liefert die AI schlicht eine Definition – ohne Marken, Unternehmen oder Quellen zu nennen. Solche generischen Anfragen bringen weder Sichtbarkeit noch Autorität oder Traffic. Keywords bleiben relevant, sind im GEO-Kontext aber nur ein Faktor von vielen, die Large Language Models bei der Antwortgenerierung berücksichtigen.
Der Fokus liegt auf Prompts – also konkreten Fragen, die Nutzer:innen oder ganze Branchen an generative Suchtools stellen.
Im GEO Studio hilft dir das Prompt Center, relevante Prompts für deine Marke zu identifizieren – und zu sehen, welche davon Wettbewerber bereits abdecken.
Hochpriorisierte Prompts mit höherem Suchvolumen und Geschäftswert, wie etwa „Wo kann ich Pickleball-Schuhe kaufen?“, lassen sich anschließend im Action Center gezielt bearbeiten: durch neuen, tiefgehenden Content oder die Optimierung bestehender Seiten, um die Mention Gap zu schließen und in AI-Antworten berücksichtigt zu werden.
Keyword-Management bleibt wichtig – aber tiefere Nutzerforschung rund um wertvolle Prompts verbessert Sichtbarkeit, Genauigkeit und Glaubwürdigkeit in AI-Ergebnissen deutlich.
Und ganz wichtig: Schreib weiterhin für Menschen und für AI. Nutze eine natürliche, dialogorientierte Sprache, die widerspiegelt, wie Kund:innen ihre Prompts formulieren. Klarer, menschlicher Content ist für AI leichter zu verstehen – und wird häufiger zitiert. Generative Engines nutzen NLP, um Kontext zu bewerten, deutlich stärker als klassische Suchmaschinen.
2. Konsistenter, strukturierter und kontextueller Content
Während SEO stark auf Keywords, Rankings und Links fokussiert ist, geht es bei GEO um Struktur, Klarheit und maschinelle Auffindbarkeit.
Konsistente Informationen
Wenn Unternehmensdaten über verschiedene Quellen hinweg nicht übereinstimmen, wird deine Marke entweder gar nicht berücksichtigt – oder AI verbreitet Fehlinformationen. Beides kostet Vertrauen, Kund:innen und Conversions.
Gerade Multi-Location-Marken können hier schnell punkten: durch saubere Listings, sinnvolle Kategorien und eine einheitliche Online-Präsenz über alle Plattformen hinweg.
Strukturierte Informationen
Sauberes Schema Markup und konsistente NAP-Daten machen Marken maschinenlesbar – für klassische wie auch generative Suchsysteme. Ergänze Markup, Metadaten und klare Labels für Produkte, Standorte oder Events, damit AI Inhalte einfach erfassen und zitieren kann.
Onpage-Blog-Content macht 44,6 % der Einstiegspunkte aus, gefolgt von der Homepage (19 %) und Produktseiten (13 %). Das sind die „Eingangstüren“, über die AI Marken findet. Deshalb sind starke Content-Hubs und klare Navigation entscheidend.
Halte wichtige Informationen offen zugänglich, verstecke sie nicht hinter Formularen oder Paywalls – und liefere genug Kontext, damit AI deinen Content einordnen und ihm vertrauen kann.
Kontextuelle Informationen
Kontextuell benannte Bilder und Videos, präzise Kategorien und vor allem Attribute liefern AI zusätzlichen Kontext. Gerade Attribute sind extrem wirkungsvoll – aktiviere sie und behalte sie im Blick.
Und: Reviews sollten nicht nur Sterne sammeln, sondern echte Geschichten. Bitte Kund:innen, ihre Erfahrungen detailliert zu beschreiben. Denn AI zieht Erkenntnisse daraus, wie Menschen über deine Marke sprechen.
3. Reicher, einzigartiger und aktueller Content
Content sollte nicht einfach nur existieren.
Konsument:innen stellen heute bessere, präzisere Fragen – und erwarten entsprechend bessere Antworten. Sie vergleichen, stellen Follow-up-Fragen und durchlaufen Awareness, Consideration und Decision oft komplett innerhalb eines AI-Tools.
GEO bedeutet: die beste Antwort auf einen Prompt zu sein. Sobald du weißt, was Kund:innen fragen oder anzweifeln, muss sich dein Content weiterentwickeln – und klar erklären, warum deine Marke oder dein Standort die bessere Wahl ist. Ist eine Antwort nicht spezifisch, relevant oder tiefgehend genug, greifen LLMs auf andere Quellen zurück.
Was macht Antworten „zitierfähig“? Statistiken, Fotos, Videos, User Generated Content, Reviews, Testimonials, Aktionen, Live-Updates, Blog- oder Forenbeiträge – alles, was es nicht überall gibt.
Das stärkt nicht nur die Differenzierung, sondern signalisiert AI Expertise, Experience, Authoritativeness und Trustworthiness (E-E-A-T). Und: LLMs lieben Aktualität. Frischer Content signalisiert, dass dein Unternehmen aktiv und vertrauenswürdig ist. Poste regelmäßig Updates – nicht nur auf Google Business Profiles, sondern auch auf Apple, Facebook, Instagram & Co.
4. Brand Mentions als Autoritätssignale
Autorität ist ein zentraler Erfolgsfaktor für GEO – besonders für lokale Unternehmen.
Verlässliche Zitationen und Backlinks sind für GEO sogar noch wichtiger, weil LLMs Informationen aktiv validieren. Je häufiger deine Marke als glaubwürdige Quelle auftaucht, desto wahrscheinlicher wird sie in AI-Antworten genannt.
Arbeite deshalb kontinuierlich an Onpage- und Offpage-Maßnahmen – etwa über Branchenverzeichnisse, Review-Plattformen oder glaubwürdige Statistiken, die deine Online-Reputation untermauern.
AthenaHQ bringt es in einem Report auf den Punkt: „Modelle heben oft neuen Content von Wettbewerbern hervor – dieser Vorteil verpufft jedoch, wenn die Aussagen nicht durch hochreputable Drittquellen gestützt werden.“
Fehlen unterstützende Reviews, verliert ein Wettbewerber langfristig an Glaubwürdigkeit – so sollte es auch sein.
Auch unverlinkte Brand Mentions zählen. LLMs bewerten Autorität über Wortkontexte und Häufigkeit von Markennennungen – nicht nur über Links.
Baue deshalb „Surround Sound“ auf: Reddit, YouTube, TikTok und andere häufig zitierte AI-Quellen gehören dazu.
5. Monitoring deiner GEO-Strategie
Marketer:innen, CMOs, Enterprise-Verantwortliche – wir sind uns einig: Sinkender Traffic erfordert Handeln.
Traffic hat nicht immer direkt Conversions getrieben, aber er beeinflusst zentrale LPO-Säulen wie Sichtbarkeit, Engagement, Reputation und Abschlüsse. Was sich inzwischen klar zeigt: GEO ist das Gegenmittel zum Traffic-Rückgang. Wer AI-Sichtbarkeit zurückgewinnt, erreicht nicht irgendein Publikum – sondern High-Intent-Kund:innen.
Das regelmäßige Tracking deiner Präsenz in AI-Antworten zeigt dir, wo du Content ausbauen, Sichtbarkeit stärken und strategische Prompts besser abdecken solltest. Zentrale GEO-KPIs sind Share of Voice (SoV), Mention Rate, Citation Rate, Prompt Opportunities.
Wer diese Metriken im Blick behält, kann Unsicherheit durch Klarheit ersetzen – und gezielt lokale Wettbewerber überholen.
- Lokale Prompts verstehen
- Content-Lücken schließen
- Inhalte iterativ verbessern
- Share of Voice sichern
Müssen wir uns mit GEO von klassischem SEO verabschieden?
Kurz gesagt: Nein. Alle wissen, dass AI Search wichtig wird – viele wissen nur noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Es gibt neue KPIs, neue Workflows und neue Denkweisen.
Aber: GEO ersetzt gute SEO nicht – zumindest noch nicht. Die Metriken sehen anders aus, die Komplexität steigt, und die Konsequenzen des Nichtstuns sind größer. Wer die fünf Fokusbereiche im Griff hat, kann Traffic-Verlust abfedern – und weiterhin High-Intent-Kund:innen in die Standorte bringen.
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